Der Aufbau

 

Ausgangszustand nach dem Brand

 

 

 

 

 

Noch vor dem Abriss wurde ein  22m hoher Kran geliefert.

 

 

 

 

Er war zu niedrig für den Schornstein, größer ging nicht in den Hof. Also rauf auf den Kamin und zwei Stunden Steine klopfen. (Ganz schön kalt da oben) ca. 50cm mussten vorübergehend weg.

 

 

 

 

Für den neuen Dachstuhl wird einiges an Holz benötigt. Da im
eigenen Gemeindewald keine geeigneten Bäume für dieses Bauwerk
zu haben waren, wurden wir dank dem Engagement von Förster
Schmitt in der Gemeinde Graben zu einem guten Teil fündig.

 

 

Fritz Gruber unterstützte uns mit seinen Arbeitspferden
beim Rücken der Stämme nach dem Fällen.

 

 

 


Im Sägewerk Kampmann in Friedrichstal kam der große
Augenblick. Entsprach unser Augenmaß bei der Auswahl
im Wald den Vorgaben auf dem Papier?
Gut gegangen!

 


Bei dieser Dimension haben wir uns entschlossen als
zuverlässigen und kompetenten Partner die Zimmerei
Albert Werner, welche auch noch vor der Haustür liegt
mit ins Boot zu holen.

 

 

 

Auch historisches Holz wurde zur Restaurierung bestimmter Bauabschnitte benötigt. Eine große Scheune in Graben wurde uns dafür zur Verfügung gestellt. Fünf Tage mussten für diesen Abriss bei nass kaltem Wetter reichen.

 

 

 

 


Die immer währende Aufgabe! „Dachziegel sammeln“
Viele tausend müssen es werden. Sie bestimmen immer
wieder Änderungen im Wochenplan der anderen Arbeiten.

 

 

Die mächtigen Unterzüge aus der „großen Scheune in Graben“
müssen zusammen mit Innenstreben die hohen Giebel sichern.

 

 

 

 

 

– Nichts geht einfach –
Überall abfallender Boden….

 

 

 

 

 

 

… quer durch die Reste des alten Kesselhauses bis
wieder hinunter in den Bach …

 

 

 

 

 

… und dann noch am Auslauf vom Wasserrad bis auf den Teichgrund muss das Gerüst eingebaut werden.
Es dauerte Stunden, bis unter Wasser für den sicheren Stand vorbereitet wurde.

 

 

 

 

Bei schlechtem Wetter geht’s an die Innenräume. Schwarzer
rissiger Putz muss runter, verschmorte Leitungen raus …

 

 

 

 


…eines unserer größten Hindernisse:
Feuchtigkeitsschäden durch Löschwasser…

…am Abend ist der Unterschied zum Kohlekumpel nicht mehr groß.

 

 


Um die Räume effektiv zu beheizen wird eine Wandheizung
eingebaut welche später auch mit einer Solaranlage
unterstützt wird.
Rund 800lfm Schlitze wurden durch das Mauerwerk
getrieben. (diesmal Zuckerbäcker)

 


Geschädigte Deckenbalken wurden mit ihren Aussparungen,
Löchern und Versätzen, Stück für Stück kopiert und durch
historisches Holz aus Fundus und Scheune ersetzt.

 

 


Bei all den anstrengenden Baustellen hatten wir richtig Sehnsucht nach Ruhe, Gediegenheit, weiten Flächen, coolen Rhythmen, fetzigem
Sound, tollen Mustern und was Warmes zum Trinken.

 

 

All das durften wir viele Tage immer wieder tun, bis das Steine
klopfen, sortieren, stapeln und verlegen mangels Platz zum
auslegen im Hof dem Spaß ein jähes Ende bereitete.

 

 

„Steine sind geduldig……wir auch“

 

 

 

 

 

Mit dem ersten Gebälk wird die Geduld des inzwischen
vergangenen Jahres belohnt.

 

 

 

Dank dem Kran, von der Firma Schwab wohlwollend zur Verfügung gestellt, konnten die gut dimensionierten Bauhölzer aus Douglasie und Kiefer mit einigermaßen erträglichem Kraftaufwand verbaut werden.

 

 

 

 

 

 

Zum Aufbau gehört auch gute Voraussicht. Da wird der Balken unterm Fuß schon mal zur Gewohnheit.

 

 


Präzise Verbindungen sind im Handwerk des Zimmermanns
das A und O.
Besonders wenn Holz nass verbaut wird und beim Trocknen noch schwindet.

 

 

 

So nach und nach fügen sich 1800 lfm Gebälk zu einem Dachstuhl.

 

 

 


Eindrucksvolle Perspektiven bilden sich heraus.
Auch Ersatz-Maschinen und sperrige bzw. schwere
Transmissionsteile müssen in die Dachgeschosse bevor alle Sparren montiert sind.

 

Die traditionelle Bauweise verwendet vornehmlich Verbindungen
mit Zapfen, Dollen ( dicke achteckige Dübel ), Klauen und Versätze sowie deren Kombinationen um eine bestmögliche Kraftübertragung
im Gebälk zu ermöglichen.

 

 . . . letzte Zimmermannstätigkeit auf seinem vollbrachten Werk
– der Richtspruch.

Ein besonderer Tag im Leben des Zimmermanns!
Sein Werk ist vollendet. Alle Mann sind an jedem Feierabend gut in die Werkstatt zurückgekehrt. Die Vorarbeiten in der Werkhalle haben ihre Früchte getragen.
Keine besonderen Störungen.
Das Wetter… es entsprach nicht immer den Wünschen der Mannschaft.

Der Richtbaum kam pünktlich zum Richtspruch mit dem Kran eingeflogen.
Und nun der Richtspruch, so groß und lang wie das Mühlendach.
Gesprochen gegen Wind und Wasserfall zum Wohle der Waldmühle und den zugehörigen Menschen.

 

 

– Ich weiß, dass ich nichts weiß –
Ein Spruch mit unendlicher Gültigkeit. Und hier kommt er wieder zum tragen. Über 1 Jahr haben wir ca. 24500 Biberschwänze (Dachziegel) von überall her zu 50Stück oder mal ein paar hundert, auch ganze Dächer von hilfsbereiten und kulturell verantwortungsbewussten Menschen eingesammelt. (Danke)

 

Ziegel in rot und braun Tönen bis schwarz, mit runder bis zur
geraden Kante, etc. 18500 braucht das Dach.
Aber welche wohin? Wie geht das mit dem Tageslicht in den
Dachgeschossen ohne moderne Elemente……
da hilft nur eins….alle nach Art und Farbe Sortieren.
Und das Licht mit Glasziegeln?
…. zu teuer (guter Kleinwagen) rund 1200 Stück.
Es währe auch nicht fair das wenige Geld und gut gemeinte
Spenden dafür auszugeben. Alternativ liegen noch 80m²
Doppelglas im Fundus? ….ok.
Viel sortieren, viel hin und her rechnen…..nette Arbeit,
aus großen Elementen hunderte Glasscheiben herausschneiden
und tausende Quadrate für die Halter.

 

 . . . Deckel drauf – aber noch lange nicht fertig.

Viel Geduld und den Blick für die kleinen Erfolge haben die
Arbeit erträglich gemacht (meistens).

DANKE an all die, welche diese Geduld mitgetragen haben.39+8,